Das Wichtigste in Kürze
- Die häufigste Art im Haus ist die Schwarze Wegameise: zwei bis vier Millimeter, dunkel, auf Straßen zu Süßem und Fett. Sie nistet draußen und kommt zum Fressen herein.
- Rossameisen sind mit sechs bis achtzehn Millimetern die größten heimischen Ameisen. Sie nagen Gänge in feuchtes, vorgeschädigtes Holz und können Bauschäden vergrößern.
- Pharaoameisen sind winzig, gelblich und ein Sonderfall: Sie leben ganzjährig im Gebäude, bilden Tochterkolonien und gelten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen als Hygieneproblem.
- Bei Wegameisen hilft meist die Ursachensuche, bei Rossameisen die Feuchtesanierung und bei Pharaoameisen ausschließlich eine fachgerechte Köderbehandlung.
Die Schwarze Wegameise: der Normalfall
Etwa zwei bis vier Millimeter, dunkelbraun bis schwarz, in langen Straßen unterwegs: Das ist die Schwarze Wegameise, die häufigste Art in Küchen, an Terrassen und auf Gehwegplatten. Ihr Nest liegt fast immer draußen, unter Platten, in Fugen, an Mauersockeln oder unter dem Rasen. Ins Haus kommt sie über Türspalten, Fensterrahmen und Rohrdurchführungen, wenn sie dort Zucker, Honig, Marmelade, Obst oder Fett findet.
Sie richtet keinen baulichen Schaden an. Wer die Straße mit einem feuchten Tuch unterbricht, die Nahrungsquelle verschließt und die Eintrittsstelle abdichtet, hat das Thema meist erledigt. Mehr dazu im Ratgeber Ameisen auf Terrasse und im Rasen.
Rossameisen: die Art, bei der es um Holz geht
Rossameisen sind unverwechselbar groß, sechs bis achtzehn Millimeter, schwarz oder schwarzrot. Sie fressen kein Holz, sie nagen darin Gänge, um zu nisten. Entscheidend ist dabei: Sie gehen an Holz, das bereits feucht oder vorgeschädigt ist, etwa an Dachbalken unter einer undichten Stelle, an Pfetten in Fachwerk, an Terrassenbalken mit Erdkontakt oder an einem Holzpfosten im Außenbereich.
Warnzeichen sind feines, sägemehlartiges Nagemehl unter Balken und Verkleidungen, dazu große Ameisen im Gebäude, oft auch nachts. Im Sommer schwärmen geflügelte Tiere aus, das sieht dramatisch aus, ist aber nur der Hochzeitsflug.
Bei Rossameisen ist die Kernfrage nicht die Ameise, sondern das Holz: Wo ist die Feuchtequelle, wie weit reicht der Schaden? Wir sehen uns die Bereiche an und empfehlen, die Ursache bauseits prüfen zu lassen. Eine Behandlung allein ohne Trockenlegung greift zu kurz, weil das Nest sonst an derselben Stelle neu entsteht.
- Nagemehl unter Balken, Verkleidungen und Fensterbänken.
- Große schwarze Ameisen im Gebäude, auch abends und nachts.
- Geflügelte Tiere im Sommer an Fenstern.
- Feuchtes Holz an Traufe, Dachfenster, Fachwerk oder Terrasse.
Pharaoameisen: der Sonderfall
Pharaoameisen sind nur zwei Millimeter groß, gelblich bis bernsteinfarben und praktisch durchscheinend. Sie stammen aus den Tropen und leben deshalb ganzjährig in beheizten Gebäuden: in Hohlräumen, Rohrschächten, hinter Fliesen, in Isolierungen und in Geräten.
Das Problem ist ihre Biologie. Ein Volk hat viele Königinnen, und bei Störung teilt es sich und bildet Tochterkolonien. Wer mit Spray oder falschen Ködern arbeitet, verteilt den Befall im Gebäude, statt ihn zu beenden. In Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Küchen gelten Pharaoameisen als Hygieneproblem, weil sie an Wunden, Verbandsmaterial und Lebensmittel gehen.
Hier hilft nur eine fachgerechte Köderbehandlung, die von den Tieren in das Nest getragen wird, kombiniert mit Monitoring über mehrere Monate. Sprays sind in diesem Fall nachweislich kontraproduktiv.
So bestimmen Sie die Art in einer Minute
Achten Sie zuerst auf die Größe. Zwei bis vier Millimeter, dunkel, in Straßen: Wegameise. Deutlich über fünf Millimeter, schwarz oder schwarzrot, einzeln unterwegs: Rossameise. Zwei Millimeter, gelblich, in warmen Bereichen und ganzjährig: Verdacht auf Pharaoameise.
Der zweite Blick gilt dem Fundort. Straßen von draußen nach drinnen sprechen für die Wegameise, Nagemehl an Holz für die Rossameise, Tiere im Bad, in Technikräumen und in Schächten ohne Verbindung nach draußen für die Pharaoameise.
Im Zweifel machen Sie ein Foto mit einer Münze oder einem Streichholz als Größenvergleich und schicken es uns über WhatsApp. Wir ordnen es kostenlos ein und sagen Ihnen, ob Sie selbst weiterkommen.
Was Sie selbst tun können
Bei Wegameisen: Nahrungsquellen verschließen, Zuckerhaltiges in dichte Behälter, Krümel und Fettreste entfernen, Tierfutterreste abends wegräumen, die Ameisenstraße mit Seifenwasser wischen und die Eintrittsstelle abdichten. Blumenkübel, Holz und Laub von der Hauswand wegrücken.
Bei Rossameisen: Feuchtequelle suchen, Nagemehl fotografieren und die Stelle markieren, keine Sprays einsetzen, Holzbauteile prüfen lassen.
Bei Verdacht auf Pharaoameisen: nichts sprühen, keine Hausmittel, sondern anrufen. Hier entscheidet der erste Schritt über die Dauer der Bekämpfung.
Ameisen auf der Terrasse und im Rasen
Nester unter Terrassenplatten und in Pflasterfugen sind der häufigste Anlass für Ärger im Sommer: Der Sand wird ausgeräumt, Platten sacken ab, und im Rasen entstehen Hügel. Auch hier ist es meist die Schwarze Wegameise, seltener die Rasenameise.
Sinnvoll ist ein Vorgehen in zwei Schritten: Zuerst die Bedingungen ändern, also Fugen mit Fugensand verfüllen, Platten wieder einschlämmen, Nahrungsquellen im Außenbereich wie Tierfutter, Fallobst und Grillreste beseitigen. Reicht das nicht, arbeiten wir mit Ködern, die ins Nest getragen werden, statt mit Streumitteln, die nur die sichtbaren Tiere treffen.
Wichtig ist der Blick auf die Hauswand: Wo eine Ameisenstraße am Sockel entlangläuft, findet sich meist auch der Weg ins Gebäude. Details im Ratgeber Ameisen auf Terrasse und im Rasen.
Wann Sie uns rufen sollten
Wenn Ameisenstraßen trotz Abdichtung und Reinigung bleiben, wenn Nagemehl an Holzbauteilen auftaucht, wenn die Tiere winzig und gelblich sind oder wenn ein Betrieb mit Lebensmitteln, eine Klinik oder eine Pflegeeinrichtung betroffen ist.
Wir bestimmen die Art, suchen das Nest, arbeiten mit Ködern statt mit Sprühnebel und dokumentieren den Verlauf. Wie unser Vorgehen bei Ameisen aussieht, steht auf der Seite Ameisenbekämpfung.
Rechtslage in Kürze
- Ameisen sind nicht geschützt; eine Bekämpfung im Gebäude ist zulässig. Im Garten gelten sie als nützliche Bodenlebewesen. (Keine Sonderregelung)
- Ameisenköder, Streumittel und Sprays sind Biozidprodukte; Anwendung nur nach Gebrauchsanweisung, nicht in Gewässernähe und nicht auf Flächen, die Kinder und Haustiere berühren. (Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012)
- Befall in der Mietwohnung gilt als Mangel der Mietsache; Mieter zeigen ihn unverzüglich an, den Auftrag erteilt meist der Vermieter oder die Hausverwaltung. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt vom Einzelfall ab. (BGB § 535, § 536c)
Diese Punkte fassen die Gesetzeslage zusammen und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Behörde oder Gericht.
