S. Wagenschwanz GmbH, Betriebshygiene & Schädlingsbekämpfung

Ratgeber Im Haus, 7 Minuten Lesezeit

Kellerasseln im Haus Keller, Bad, Terrasse, Kriechkeller

Kellerasseln richten keinen Schaden an, sie zeigen aber sehr zuverlässig, wo es im Gebäude dauerhaft feucht ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kellerasseln sind keine Insekten, sondern Krebstiere. Sie atmen über Kiemen und brauchen deshalb dauerhaft feuchte Umgebung.
  • Sie fressen totes Pflanzenmaterial, Schimmelpilze und feuchtes Holz. An gesunder Bausubstanz und an Vorräten richten sie keinen Schaden an.
  • Viele Asseln im Keller oder Bad sind ein Warnzeichen für Feuchte: undichte Fugen, aufsteigende Nässe, ein Leck oder ein nicht belüfteter Kriechkeller.
  • Der richtige Weg führt über die Feuchte, nicht über Insektizide. Erst wenn die Ursache abgestellt ist, verschwinden die Tiere dauerhaft.

Was Kellerasseln sind

Kellerasseln sind mit Krebsen und Garnelen verwandt, nicht mit Insekten. Sie haben einen gepanzerten, ovalen Körper von etwa neun bis fünfzehn Millimetern, sieben Beinpaare und zwei deutlich sichtbare Fühler. Gestört rollen sich manche Arten zusammen oder laufen erstaunlich schnell in die nächste Ritze.

Weil sie über Kiemen atmen, brauchen sie feuchte Luft. In trockener Umgebung trocknen sie innerhalb kurzer Zeit aus. Genau das ist der Schlüssel zum Umgang mit ihnen: Wo Asseln dauerhaft leben, ist es dauerhaft feucht.

Sie sind nachtaktiv, fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial, Algen, Schimmel und weiches, feuchtes Holz und sind damit im Garten nützliche Zersetzer. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.

Wo sie im Haus vorkommen

Typische Orte sind der Keller mit Erdboden oder alter Bodenplatte, Waschküchen, Kriechkeller, Vorratskeller in Altbauten, Bäder mit undichten Fugen, Bereiche hinter Duschwannen, Sockelbereiche an der Terrassentür und Räume mit Bauschäden nach einem Wasserschaden.

Von draußen wandern sie unter Türen, über Lichtschächte, Kellerfenster und Terrassentüren ein, besonders bei nasser Witterung und im Herbst. Solange sie einzeln auftauchen, ist das nichts weiter als Zuwanderung aus dem Garten.

  • Dauerhaft feuchte Kellerwände oder Böden, oft mit Salzausblühungen.
  • Undichte Silikonfugen, Rohrdurchführungen und Leckagen im Bad.
  • Kriechkeller und Hohlräume ohne Belüftung.
  • Laubhaufen, Holzstapel, Komposter und Blumenkübel direkt an der Hauswand.
  • Sockelbereiche, an denen Erdreich oder Kies bis an die Wand reicht.

Warum viele Asseln ein Warnzeichen sind

Ein einzelnes Tier im Keller sagt wenig. Wer dagegen regelmäßig zehn, zwanzig oder mehr Tiere findet, hat im Gebäude eine Stelle, die nie abtrocknet. Das ist deshalb wichtig, weil dieselbe Feuchte Schimmel begünstigt und weil Holzbauteile im Dauerfeuchten langfristig Schaden nehmen.

Asseln sind in diesem Fall kein Schädlingsproblem, sondern ein Messgerät, das nichts kostet. Wir empfehlen, den Befund ernst zu nehmen und die Feuchte zu suchen, statt die Tiere zu bekämpfen. Ähnlich verhält es sich mit Silberfischchen, die ebenfalls hohe Luftfeuchte anzeigen.

Was Sie selbst tun können

Messen Sie zuerst die Luftfeuchte mit einem einfachen Hygrometer, in jedem Raum, in dem Tiere auftauchen. Liegt sie über Tage bei über 65 Prozent, haben Sie die Richtung. Danach suchen Sie die Quelle: Leckagen an Leitungen, undichte Fugen, aufsteigende Feuchte, Kondenswasser an kalten Wänden, ein Kellerfenster, das im Sommer dauerhaft offen steht und feuchtwarme Luft hereinlässt.

Im Keller gilt die Faustregel, im Sommer nicht tagsüber, sondern in den kühlen Morgenstunden zu lüften. Warme Sommerluft kühlt an kalten Kellerwänden ab und gibt dort Feuchtigkeit ab, das ist der klassische Fehler.

  • Luftfeuchte messen und über mehrere Tage beobachten.
  • Undichte Silikonfugen erneuern, Leckagen prüfen lassen.
  • Laub, Holz, Kübel und Komposter von der Hauswand wegrücken.
  • Lichtschächte sauber halten und mit Abdeckung versehen.
  • Türdichtungen und Spalten am Sockel schließen, damit weniger Tiere einwandern.

Wann eine Bekämpfung sinnvoll ist

In Wohnräumen und Kellern raten wir fast immer davon ab. Solange die Feuchte besteht, kommen neue Tiere nach, und ein Insektizid im Keller löst das Bauproblem nicht. Sinnvoll ist eine Behandlung nur in Ausnahmefällen, etwa wenn Asseln in großer Zahl in Produktions- oder Lagerbereiche eindringen und dort nicht geduldet werden können.

Für Betriebe sehen wir uns die Zugänge an, prüfen Türdichtungen, Sockel und Bodenabläufe und richten bei Bedarf ein Monitoring ein, das zeigt, wo und wann Tiere hereinkommen. Bei privaten Objekten ist die ehrliche Antwort meist: Feuchte beseitigen, dann ist das Thema erledigt.

Warum Asseln im Garten nützlich sind

Im Garten gehören Asseln zu den wichtigsten Zersetzern. Sie fressen abgestorbenes Laub, morsches Holz und Pflanzenreste und machen daraus Material, das Regenwürmer und Bodenlebewesen weiterverarbeiten. Wer sie im Kompost oder unter Rindenmulch findet, hat kein Problem, sondern einen funktionierenden Boden.

Genau deshalb raten wir davon ab, im Garten gegen Asseln vorzugehen. Wer den Bestand rund ums Haus verringern will, arbeitet besser mit Abstand: Laub, Rindenmulch, Holzstapel, Kübel und Komposter einen halben Meter von der Hauswand abrücken, einen schmalen Kiesstreifen am Sockel anlegen, Fallrohre und Rinnen frei halten.

Das verringert nicht nur die Zahl der Asseln, sondern auch die anderer Feuchtigkeitsliebhaber wie Schnecken, Tausendfüßer und Ohrwürmer, die im Spätsommer in Häuser wandern.

Verwechslungen

Mit Kellerasseln verwechselt werden oft Mauerasseln, die etwas flacher sind und sich nicht kugeln, sowie Rollasseln, die sich zu einer Kugel zusammenrollen. Für die Praxis spielt das keine Rolle, alle brauchen Feuchte und sind harmlos.

Wer dagegen silbrig glänzende, flinke Tiere mit drei Schwanzfäden findet, hat Silberfischchen vor sich, und bei mattgrauen, größeren Tieren mit sehr langen Fühlern in trockenen Räumen handelt es sich um Papierfischchen. Beide gehören in eine andere Kategorie und werden anders behandelt. Rufen Sie gern an oder schicken Sie ein Foto über WhatsApp, wir ordnen den Fund kostenlos ein.

Rechtslage in Kürze

  • Kellerasseln sind weder geschützt noch Gesundheitsschädlinge; es gibt keine Meldepflicht. (Keine Sonderregelung)
  • Feuchteschäden in der Mietwohnung gelten als Mangel der Mietsache; Mieter zeigen ihn unverzüglich an. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt von der Ursache ab. (BGB § 535, § 536c)
  • Insektizide sind Biozidprodukte und dürfen nur nach Gebrauchsanweisung eingesetzt werden; in Wohnräumen raten wir bei Asseln davon ab. (Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012)

Diese Punkte fassen die Gesetzeslage zusammen und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Behörde oder Gericht.

Häufige Fragen dazu

Sind Kellerasseln gefährlich?

Nein. Sie stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und gehen weder an Vorräte noch an gesunde Bausubstanz. Sie fressen totes Pflanzenmaterial, Algen und Schimmel und sind im Garten nützlich.

Warum habe ich plötzlich so viele im Keller?

Meist, weil es irgendwo dauerhaft feucht ist, oder weil nach starkem Regen viele Tiere aus dem Garten einwandern. Prüfen Sie die Luftfeuchte und die Bereiche an Sockel, Fugen und Leitungen. Einzelne Tiere nach einem Regentag sind normal, ein Dauerbestand nicht.

Helfen Insektizide gegen Asseln?

Sie töten die Tiere, die gerade da sind, ändern aber nichts an der Ursache. Solange die Feuchte bleibt, kommen neue nach. Deshalb raten wir in Wohnräumen davon ab und empfehlen, die Feuchtequelle zu suchen.

Können Asseln Holz beschädigen?

Sie fressen weiches, bereits feuchtes und angegriffenes Holz. Ursache des Schadens ist dann aber die Feuchte, nicht die Assel. Wer Asseln an Holzbauteilen findet, sollte die Bauteile und die Feuchte prüfen lassen.

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