Das Wichtigste in Kürze
- Silberfischchen brauchen hohe Luftfeuchte, ihr Optimum liegt bei 80 bis 90 Prozent. In trockener Luft können sie sich kaum vermehren.
- Sie sind sieben bis zwölf Millimeter lang, silbrig glänzend, nachtaktiv und fressen Stärke, Zucker, Hautschuppen, Haare und Schimmelpilze.
- Typische Quellen im Bad sind gerissene Silikonfugen, undichte Rohrdurchführungen, ein Lüfter, der zu früh abschaltet, und Abflüsse mit Verbindung ins Rohrsystem.
- Ohne Feuchteabbau bringt jede Behandlung nur kurz etwas. Wir arbeiten mit Ködern in Fugen und Hohlräumen und sagen Ihnen, welche Stelle baulich in Ordnung gebracht werden sollte.
Was Silberfischchen sind und was nicht
Silberfischchen sind flügellose, silbrig glänzende Insekten von sieben bis zwölf Millimetern mit zwei Fühlern vorn und drei Schwanzfäden hinten. Sie laufen schnell und schlangenförmig und verschwinden bei Licht sofort in Fugen und Ritzen. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.
Sie sind auch kein Zeichen für mangelnde Sauberkeit. Was sie anzeigen, ist Feuchtigkeit. Ihr Optimum liegt bei 80 bis 90 Prozent Luftfeuchte, und genau diese Bedingungen herrschen in einem Bad, aus dem der Wasserdampf nach dem Duschen nicht abzieht.
Abzugrenzen sind Papierfischchen: deutlich größer, mattgrau, mit sehr langen Fühlern, und sie kommen ohne Feuchte aus. Wer solche Tiere in trockenen Wohn- und Büroräumen findet, hat ein anderes Thema. Ein Foto genügt uns für die Einordnung.
Woher die Feuchte kommt
Die häufigste Ursache ist Lüftungsverhalten in Kombination mit Bauart. Innenliegende Bäder haben oft nur einen Lüfter, der mit dem Licht ausgeht, und damit bleibt der Dampf im Raum. In Bädern mit Fenster wird im Winter gekippt statt stoßgelüftet, was die Wände auskühlt und Kondenswasser erzeugt.
Die zweite Ursache sind kleine Bauschäden, die niemand sieht: eine gerissene Silikonfuge zwischen Wanne und Wand, hinter die bei jedem Duschen Wasser läuft, eine undichte Rohrdurchführung, ein tropfender Siphon im Unterschrank, eine Waschmaschine, die in ihrer Nische schwitzt.
Die dritte Quelle ist der Keller, vor allem in Altbauten im Sauerland und in Hagen: aufsteigende Feuchte, Erdboden ohne Sperre, Waschküchen ohne Abluft. Von dort wandern die Tiere über Schächte und Leitungen nach oben.
- Innenliegendes Bad mit schwachem oder zu kurz laufendem Lüfter.
- Gerissene Silikonfugen an Wanne, Dusche und Waschbecken.
- Undichte Rohrdurchführungen und Leckagen im Unterschrank.
- Wäsche, die regelmäßig im Bad oder Keller trocknet.
- Keller mit aufsteigender Feuchte oder ungedämmten Rohrleitungen.
Woran Sie den Befall erkennen
Am zuverlässigsten nachts: Licht an und in Duschwanne, Waschbecken oder auf den Fliesen nachsehen. Tagsüber finden Sie Häutungsreste und winzige schwarze Kotkrümel in Ecken, hinter dem WC, unter Badmöbeln und in Fugen.
Ein zweiter Hinweis sind Begleiterscheinungen der Feuchte: schwarze Punkte in Silikonfugen, Stockflecken an der Decke, beschlagene Fenster am Morgen, ein muffiger Geruch. Silberfischchen und Schimmel haben dieselbe Ursache, deshalb ist ein starker Besatz eine gute Vorwarnung.
Was Sie selbst tun können
Messen Sie die Luftfeuchte mit einem einfachen Hygrometer über mehrere Tage. Ziel sind unter 60 Prozent, direkt nach dem Duschen darf es kurz höher sein. Lüften Sie stoßweise mit weit geöffnetem Fenster und geschlossener Tür, statt dauerhaft zu kippen. Bei innenliegenden Bädern sollte der Lüfter nach dem Duschen noch mindestens eine Viertelstunde laufen.
Ziehen Sie Fliesen und Wanne nach dem Duschen ab, breiten Sie den Duschvorhang aus, stapeln Sie keine nassen Handtücher, und trocknen Sie Waschbecken und Ablagen abends. Prüfen Sie Fugen auf Risse und lassen Sie sie bei Bedarf komplett erneuern; Überschmieren hilft nicht, weil das Wasser dahinter bleibt.
Abflüsse regelmäßig reinigen und über Nacht mit Stopfen verschließen, in Souterrainbädern Bodenabläufe mit Wasser gefüllt halten, damit der Siphon sperrt.
Wie eine Bekämpfung abläuft
Wenn der Bestand groß ist, ein Mehrfamilienhaus betroffen ist oder der Feuchteabbau allein nicht reicht, arbeiten wir mit Fraßködern. Die werden gezielt in Fugen, hinter Verkleidungen, an Rohrdurchführungen und Sockelleisten gesetzt, also dort, wo die Tiere tatsächlich leben, und nicht flächig im Raum. Kinder und Haustiere kommen an diese Stellen nicht heran.
Der Erfolg wird mit Klebefallen an festen Punkten kontrolliert. Erst wenn über mehrere Wochen keine Tiere mehr auftauchen, ist der Befall beendet. Parallel bekommen Sie eine kurze Liste: welche Fuge erneuert gehört, ob der Lüfter ausreicht, wo eine Leckage vermutet wird.
Wie viele Termine nötig werden, entscheidet der Befall. Jeder Termin hat einen festen Preis, den wir am Telefon nennen.
Was Silberfischchen fressen und warum das wichtig ist
Auf dem Speiseplan stehen Stärke und Zucker in vielen Formen: Tapetenkleister, Papier, Kartons, Buchbinderleim, Textilien mit Stärkeanteil, dazu Hautschuppen, Haare und Schimmelpilze. Das erklärt, warum die Tiere in Bädern und Kellern besonders wohl sind: Dort gibt es Feuchte, Hautschuppen aus dem Duschbereich und oft feine Schimmelbeläge in Fugen.
Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens hilft Sauberkeit im Detail: Haare aus Abfluss und Ecken entfernen, Fugen reinigen, Staub in Ritzen absaugen. Zweitens ist ein starker Besatz ein Hinweis darauf, dass irgendwo Material feucht genug für Schimmelbildung ist, und das sollte man sich ansehen, bevor daraus ein Bauschaden wird.
Papierfischchen fressen ähnliches Material, brauchen dafür aber keine Feuchte. Deshalb hilft bei ihnen Trocknen und Lüften nicht, und die Behandlung läuft anders ab.
Im Mehrfamilienhaus
In Mehrfamilienhäusern wandern Silberfischchen über Steigleitungen, Schächte und Rohrdurchführungen zwischen den Wohnungen. Wenn mehrere Parteien melden, lohnt es sich, die betroffenen Einheiten zusammen zu betrachten und die Schächte einzubeziehen, statt einzelne Bäder nacheinander zu behandeln.
Für Mieter gilt: Befall sollte unverzüglich dem Vermieter angezeigt werden, der meist den Auftrag erteilt. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt vom Einzelfall ab. Ob die Ursache ein Bauschaden oder das Lüftungsverhalten ist, klären wir sachlich und ohne Schuldzuweisung mit allen Beteiligten.
Rechtslage in Kürze
- Befall in der Mietwohnung gilt als Mangel der Mietsache; Mieter zeigen ihn unverzüglich an, den Auftrag erteilt meist der Vermieter oder die Hausverwaltung. Wer die Kosten am Ende trägt, hängt vom Einzelfall ab. (BGB § 535, § 536c)
- Mieter müssen einen Mangel unverzüglich anzeigen. (BGB § 536c)
- Insektizide gegen Fischchen sind Biozidprodukte; Anwendung nur nach Gebrauchsanweisung und nicht auf Flächen, die Kinder und Haustiere berühren. (Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012)
Diese Punkte fassen die Gesetzeslage zusammen und ersetzen keine Rechtsberatung. Im Einzelfall entscheiden Behörde oder Gericht.
